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Presseartikel

Norderneyer Zeitung
2021 Edition 26 / 27. Juni

Artikel in Lesequalität folgend:

TRAUMJOB AUF DEN DÄCHERN DER INSEL

Malte Eberhardt wollte schon als Kind „hoch hinaus“ Längst führt der Dachdeckermeister mit großem Erfolg seine eigene Firma.

 

Norderney/mr – Die einen möchten Profi-Fußballer werden, die anderen Pilot, Polizist oder Physiotherapeut. Irgendwie hat jeder eine Vorstellung, was aus ihm werden soll. Bei den meisten verflüchtigt sich diese Vorstellung des späteren Traumjobs im Lauf der Jahre. Nicht so bei Malte Eberhardt. Schon im Kindergarten malte er Bilder von Dachdeckern, die er tagsüber hoch oben auf den Dächern der Insel gesehen und bewundert hatte. „Ich wollte tatsächlich schon immer Dachdecker werden“, sagt der Norderneyer und lächelt zufrieden. Einen besonderen Grund für seine schon in frühen Jahren ausgeprägte Passion habe es eigentlich nicht gegeben, berichtet der 37-Jährige.

Vielleicht liege es daran, dass er schon als kleiner Junge immer draußen sein wollte. Drinnen zu spielen – das war nicht unbedingt sein Ding. So war der Lebenslauf von Malte Eberhardt schon früh vorgezeichnet. Und na klar: Das Handwerk des Dachdeckers lernte er folgerichtig von der Pike auf. 2001 startete er seine Ausbildung bei der Firma Rosenboom, wo er danach bis 2008 als Geselle tätig war. Einen echten Meilenstein in seinem Leben setzte Eberhardt dann am 16. Mai 2009: An diesem Tag nahm er seinen Meisterbrief entgegen.

Und nach einer weiteren Phase von sechs Jahren beim Dachdeckerbetrieb Köhn auf Norderney nahm er das Heft dann selbst in die Hand und gründete seine eigene Firma: die „Eberhardt, der Dachdecker GmbH“. Unter dem Strich heißt das: Seit mittlerweile 20 Jahren ist Malte Eberhardt in der Branche unterwegs, und zwar mit rasch zunehmendem Erfolg. Seine vielen Aufträge erledigen er und sein Team praktisch ausschließlich auf der Insel, lediglich in seltenen Fällen und für gute Norderneyer Kunden schippert er auch schon mal rüber aufs Festland. Aktuell beschäftigt Eberhardt fünf Mitarbeiter von Norderney, sieben vom Festland sowie ab dem 1. August drei Auszubildende, darunter eine weibliche.

Wenn Eberhardt von seinen Mitarbeitern spricht, kann er eine Sache kaum verbergen: Nämlich, wie stolz der ambitionierte Handwerker auf sein Team ist. Er sagt: „Für die Qualität unserer Arbeit brauchen wir zwar die durchaus sehr unterschiedlichen Fähigkeiten jedes einzelnen. Aber am Ende ist bei uns die Mannschaft der Star.“ Eberhardt will seinen Handwerksbetrieb also nicht
nur über die reine Arbeitsleistung definiert wissen. Ihm ist mindestens genauso wichtig, dass die Chemie im Team stimmt und seine Mitarbeiter trotz der zum Teil schweren Arbeit mit Spaß bei der Sache sind. „Gute Laune, gepaart
mit überzeugender Qualität – das spüren am Ende auch unsere Kunden“, sagt Eberhardt. 

Malte Eberhardt selbst übt seinen Job mit ausgesprochen großer Leidenschaft aus. Es wundert daher ganz und gar nicht, dass er sich noch gut an seinen ersten Tag in der Ausbildung erinnern kann. Das war der 1. August 2001, als der junge Malte mithelfen durfte, in der Feldhausenstraße ein Dach neu einzudecken. Inzwischen hat Eberhardt zahllose Dächer neu gedeckt oder repariert; er kann sie nicht mehr aufzählen. Inzwischen bieten er und sein Team die ganze Bandbreite des Dachdecker-Handwerks an: „Flachdachabdichtungen, Ziegeldacheindeckung, Blauklempner-Arbeiten, Gründachanlegung, Dachentwässerung, Fassadenbekleidung“ – Eberhardt spult sein komplettes Produktportfolio auf Knopfdruck ab. „Wir haben zwar klein angefangen, haben uns aber zu echten Allroundern entwickelt. Das macht unsere Arbeit abwechslungsreich und anspruchsvoll zugleich“, sagt er. Im siebten Jahr seiner Selbstständigkeit ist Eberhardt jedoch meist nur noch im Büro beschäftigt. 

Das Management muss stimmen, hier gibt es immer was zu tun. Klar, dass alle paar Minuten das Handy klingelt und das Gespräch unterbrochen werden muss – doch das hat natürlich immer einen guten Grund: Ob es um Materialbeschaffung geht, um einen neuen Auftrag oder um eine Nachfrage eines Mitarbeiters: Schnelle Entscheidungen sind den ganzen Tag über gefragt. Der Firmenchef hat eine vielfältige Rolle: Tagsüber betreut er (unter anderem) die Kunden und sucht seine Baustellen auf, bis spätabends sitzt er dann häufig noch am Schreibtisch. „Für mich ist es wirklich wichtig, über Tag zu schauen, ob alles funktioniert. Außerdem ist es gut, Präsenz zu zeigen. Gerade auf der Insel ist guter Kundenkontakt ungeheuer wichtig“, sagt Eberhardt. Apropos Präsenz: Es ist fast schon eine Art Markenzeichen, dass er zu seinen beruflichen Terminen auf der Insel bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad fährt. „Gesicht zeigen“, lautet das Motto. Von früher zu heute haben sich in der Dachdecker-Arbeit durchaus einige Dinge verändert. Das betrifft zwar weniger die Handwerkertechnik als solche, sondern vielmehr den Zeitdruck. „Man steht im Prinzip immer unter Strom, du willst ja schließlich den Kunden gerecht werden. Du musst laufen“, bringt Eberhardt den Arbeitsalltag 4.0 auf den Punkt. Das Gefühl, all diese Herausforderungen anzunehmen, habe sich während der Zeit auf der Meisterschule entwickelt. „Diese Zeit war sehr prägend, sie hat mir die Augen geöffnet und sehr deutlich aufgezeigt, welche Wege und Lösungen es gibt, um eine eigene Firma erfolgreich zu führen“, macht „Eberhardt, der Dachdecker“ klar. Und so sei es natürlich auch großartig gewesen zu merken, dass das alles nach der Betriebsgründung funktioniert und das Vertrauen der Kunden vorhanden war. 

Eberhardt: „Das war dann die Bestätigung für den Schritt in die Selbstständigkeit. Das hat mich sehr stolz gemacht.“ Von nennenswerten Malheuren ist der Norderneyer Dachdecker bei der nicht immer ganz ungefährlichen Arbeit zum Glück bis heute verschont geblieben. Dass er vor einigen Jahren durch eine Metallschere beinahe eine Fingerkuppe kürzer gewesen wäre, kann er im Nachhinein entspannt weglächeln. Klar ist ohnehin: Eberhardts Blick kennt nur eine Richtung, und die geht (wenn nicht gerade nach oben zum Dach) nach vorn. Denn er denkt langfristig. Ziel des Dachdeckermeisters ist es aktuell, seinen Betrieb zu erweitern und in dem Zuge auch eine größere Halle mit einer größeren Werkstatt zu nutzen, um selbst mehr Materialien vor Ort zu haben. Eberhardt: „Auch das Büro soll eine bessere Struktur bekommen, damit ich nicht jedes Wochenende ran muss.“ Ansonsten gelte es für ihn, das jetzige Niveau zu halten. Das heißt: höchste Qualität, einwandfreie Arbeit – und dadurch letztendlich zufriedene Kunden.

Um das hohe Level zu halten, gibt Eberhardt tagtäglich größtmöglichen Einsatz, er ist quasi „24/7“ mit Leib und Seele dabei. Sich über die wenige Freizeit zu beschweren – das käme Eberhardt nicht ansatzweise in den Sinn. Im Gegenteil: „Ich mache hier ja keine One-Man-Show“, sagt er und lobt viel lieber ein weiteres Mal den großen Teamgeist und die Motivation seiner Mitarbeiter. Denn  Eberhardt weiß aus eigener Erfahrung: Ohne sie wäre sein eigener Betrieb nicht mehr als nur ein schöner Traum über den Dächern der Insel.

Quelle: Norderneyer Zeitung – 2021 Edition 26 / 27. Juni

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